Diary of a madman

 

 

 

 



 


Autobots

08.02.10


Es fühlt sich gut an, wenn die Computertechnik daheim wieder läuft.

In den letzten 24 Stunden brachte ich mein hardware-defekt-geglaubtes Netbook wieder ans Laufen (die Telefonnummer des Lenovosupports
lag aber schon auf dem Schreibtisch für heute morgen) und heute konnte ich OPTIMUS PRIME wieder aus der Reha abholen.

Ein neues Mainboard, ein neuer Prozessor, mehr Speicher, neues Betriebssystem.
Gut gerüstet für die nächsten 2 Jahre kehrt der Chef der Autobots in unser Arbeitszimmer zurück.

Nette Episode beim Abholen im PC-Doktor-Laden:

Vor mir ist ein älterer Herr dran, so Ende 60, schätze ich. Karierte Anzughose, aber: Moonboots mit Fellkragen.
*grins*
Während sein Ford Modell T sein doch etwas älterer Rechner gerade dem Versuch einer modernen Reparatur unterzogen wird
(ich sag nur:
Windows 98. LPT-Druckerport. Kein USB-Anschluss!), schaut der alte Mann fasziniert auf meine Höllenmaschine, die direkt
vor ihm zur Abholung bereit steht. Auf dem LCD-Frontdisplay laufen flammend blau die Statusmeldungen des Betriebssystems und der
Cooler-Sensoren samt Rotationsgeschwindigkeitsmessungen vor seinen Augen vorbei.

In einem Moment, da ihn der PC-Doktor nicht sehen kann, beugt sich der Alte Verschwörerisch zu meinem Ohr rüber und flüstert
"Wieso hat Ihrer denn
ZWEI Schubladen?"
Leicht irritiert schaue ich meinen PC an und dann dämmert's mir.
"Naja, eines für CDs und eines für DVDs, wissen Sie?"
"Ach!"
"Ja."
"Was es nicht alles gibt!"

Auf der Heimfahrt kam mir dann entgegen der Einbahnstrasse so ein dummer Rotzlöffel ein junger heranwachsender Mensch mit
augenscheinlich wenig Verkehrserfahrung (ja, die auch) auf seinem Skateboard frontal entgegen und machte auch bei näherkommendem
Auto keinerlei Anstalten, die Strasse zu verlassen.

Man muss ja cool sein als Teenie, klar. Immer schön draufhalten.
Erst kurz bevor ich ihn auf der Motorhaube nahm, glitt er für meinen Geschmack einen Tick zu lässig auf den Bürgersteig.

Naja. ich weiß ja nicht, was sich die Teenies heutzutage so in die Haare und ins Gesicht schmieren.

Aber DER fuhr mit einer sehr nenneswerten Ladung "ARAL Scheibenklar mit Frostschutz" in der Fresse auf seinem Skateboard nach Hause,
dafür garantiere ich. Im Rückspiegel waren zumindest hektische Armbewegungen erkennbar.

Man muss halt nur den exakten Moment im Vorbeifahren erwischen.
Und seiner Autowerkstatt auch bei jedem Besuch einbleuen, dass sie die Spritzwasserdüsen AUF KEINEN FALL einstellen dürfen,
ganz egal, wie hoch die zielen :-))))


                   Stimmung des Abends:

               Sehr zufrieden.


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460

05.02.10


Die Zahl des Tages laut
et: 460.
Dahinter fehlt noch das Währungskennzeichen: €uro

Wer den Eintrag von gestern gelesen hat, kann jetzt 2 und 2 zusammenzählen.
Ich glaube, ich gehe jetzt erst mal in die Küche.
Und mache mir ein
großes Glas Weissweinschorle.

Die Zahl des Abends lautet: 0,4.
Dahinter fehlt noch das Währungskennzeichen: Liter
 

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Miss u much

04.02.10


Einsam ist es hier ohne Dich.
Es ist nach all den gemeinsamen Jahren so ungewohnt, auf einmal ganz allein hier zu sitzen.
Wenn man bisher quasi alles gemeinsam gemacht hat, fühlt man sich so nutzlos an - nun, da Du weg bist.

Es waren erst ganz leise, kaum vernehmbare Anzeichen, die darauf hindeuteten, dass etwas mit Dir nicht stimmt.
Hin und wieder mal ein Grummeln, na gut, wer macht das nicht, nach einigen Jahren.
Dann aber die zunehmende Lustlosigkeit, mit der Du Deiner Arbeit nachgingst, die kaum noch zu übersehen war.
Vielleicht ist es nur erhöhte Temperatur, so mein erster Gedanke. Aber das war es nicht.
Es war schlimmer.

Ich hatte es sogar schon mit einem Tapetenwechsel probiert, quasi einer völlig neuen Umgebung.
Meine Hoffnung war gewesen, Dir damit wieder die Freude und Motivation unserer ersten gemeinsamen Tage zurückzugeben.
Aber Du bliebst nur stumm und wolltest einfach nicht mehr.

So blieb mir heute denn keine andere Wahl mehr.
Ich trug Dich aus unserer Wohnung und hievte Dich in mein Auto, um Dich zum Doktor zu bringen.
Wir mussten lange vor dem Schalter der Notaufnahme warten, es waren noch etliche andere Patienten dorthin gebracht worden.

Dann endlich waren wir an der Reihe und ich durfte Dich vorzeigen.
Fachmännisch wurde abgefragt, was ich bereits an Heilungsversuchen unternomen hätte und ich berichtete traurig und wahrheitsgemäß.
Sofort begannen Sie mit Tests an Dir, mir wurde bedeutet, so lange zu warten.

Nach über einer Stunde stand fest, dass sie Dich für ein paar Tage da behalten wollen, zur genaueren Beobachtung und um weitere
Tests mit Dir zu machen. Ich soll morgen Deine restlichen Sachen vorbeibringen, die Du normalerweise um Dich herum hast.

Einigermaßen beunruhigt bin ich nach Hause gefahren.
Und ertappe mich nun dabei, wie ich immer wieder zu der Stelle hinschaue, an der ich Dich normalerweise finde und
an welcher Dein Platz nun leer und verwaist ist.

Heute Nacht werde ich schlecht schlafen, das weiß ich.
Ich hoffe inständig, dass der nette PC-Doc vom ARLT Dich wieder ans Laufen bringt, koste es, was es wolle.

Du fehlst mir, OPTIMUS PRIME.
 

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AVATAR

02.02.10


Es ist 23 Uhr und ich komme gerade aus dem Kino aus "Avatar".

     [ //ANSAGE:
AN ]

Dieser Film ist großartig, einfach nur atemberaubend und ehrfurchtauslösend GROSSARTIG und ich befehle,
ich wiederhole, ICH  B E F E H L E  hiermit, diesen Film anzusehen, und ich BEFEHLE es für die 3D-Version!

Allen Kritikern, von denen nörgelndes und unqualifiziertes Lamentieren zu vernehmen ist über die angeblich
ach-so-dünne Story und -das war allen Ernstes zu lesen- über die
unrealistischen Hautfarben-Reflexionen des Volkes der "Navi"
("wie mit blauer Wasserfarbe aufgemalt") und noch anderen Unsinn möchte ich am Liebsten in ihre dummen, ignoranten
Fressen hauen und anschließend mit ihrer Stirn so lange gegen die Wand schlagen, bis ihnen ihr saudummes Gelaber
ganz-und-gar-nicht-wasserfarben-rot die Wange runterläuft.

     [ //ANSAGE:
AUS ]

Man kann mit mir gerne darüber diskutieren, ob man "Der mit dem Wolf tanzt" oder "Herr der Ringe" oder "Lawrence von Arabien"
oder "Krieg der Sterne I-VI" oder "Vom Winde verweht" oder "Sieben" oder sonst irgendeinen Film gesehen haben muss.

Diesmal nicht.
Für
diesen Film gibt es keine Entschuldigung, ihn nicht gesehen zu haben.

Die wunderschönen Landschaftsszenen, die zahlreichen ganz wunderbaren, applauswürdig umgesetzten Ideen (mit dem eigenen
Haar-Pferdeschwanz "andocken" an Reit- und Flugtiere sowie Pflanzen? Weltklasse Einfall!), die glaubhaften Motive...
 - für all das verneige ich mich zutiefst vor dem Regisseur.

DANKEDANKEDANKEDANKEDANKEDANKEDANKEDANKEDANKE, James Cameron.

Ihr Meisterwerk wurde heute Nacht für 9 OSCAR-Nominierungen vorgeschlagen.
Ich hoffe, Sie räumen so richtig ab.


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ganz offen

01.02.10


Schön, dass manche Firma sich noch für die Meinung ihrer Mitarbeiter interessiert.
Noch schöner, wenn sie dafür und für andere Präsentationen sogar eine eigene interne Webseite schaltet.

Interessant aber, was dann im Navigations-Menü unter "Offener Meinungsaustausch" aufploppt:



Freie, unmoderierte Foren? Fehlanzeige.
Polls / votings? Fehlanzeige.

Hmm... das hat irgendwie 'was von "Wahlen zur DDR Volkskammer".


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Wie Frauen orientieren

31.01.10


rain:
"Liebling? Guck mal hier - die Ausstellung "SCHÄTZE DES ALTEN SYRIEN" geht ja noch bis MÄRZ, seh' ich grad'. Da haben wir ja noch Zeit."

Bessere Hälfte:
"Wo ist denn die noch mal?"

rain:
"Die Ausstellung? Im 'ALTEN SCHLOSS'."

Bessere Hälfte:
" ( ? ) "

rain:
"Na da, wo der riesige Efeu an den Mauern hochwächst, weißt Du nicht mehr?"

Bessere Hälfte
:
"Ach, jetzt! BEIM  B O D Y  S H O P !!"


[Ok, ich hätt's ja auch gleich richtig beschreiben können.]


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3 Erkenntnisse des Tages, die die Welt braucht

30.01.10



1)  Anderes Wort für "
Zungenorgasmus" ? Richtig: Toffifee. (Blöderweise decken bereits 50 Stück davon den Kalorientagesbedarf.)

2)  Manchmal genügt ein Blick auf die Pfanne, um zu erkennen, dass es ein MANN ist, der heute kocht. Ordnung muss eben sein.

3)  DAS KABINETT DES DR. PARNASSUS ist ein SO geiler Film. Lohnt allein schon wegen Lily Cole (
*sabber*).

        [Shit, wo hab ich jetzt die Toffifee's hin?]
 

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Kontrolle ist besser

29.01.10



Wieder was gelernt.

Da vertraut man seit Jahr und Tag "seiner" PC-Reinigungssoftware im guten Glauben darauf, dass sie auch die windows registry
sauber hält, und dann probiert man EIN MAN ein anderes Programm aus - und fällt aus allen Wolken:

                       

Blöderweise bleibt mein Rechner auch nach erfolgreicher Fehlerbehebung immer noch öfters mal stehen.
(Das war der eigentliche Grund gewesen, mal eine andere Software zur Reinigung auszuprobieren.)
Mist.
Bin einigermaßen in Sorge.



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RISEN

28.01.10



            

Da es sich ja schon abgezeichnet hatte, dass die Wartezeit bis zum Erscheinen von DIABLO 3 wohl noch länger als befürchtet werden würde,
(aktueller Stand: erst 2011), hatte ich heimlich im Oktober das vielfach hochgelobte Werk "RISEN" aus der Piranha Bytes-Schmiede erworben.

Da ich wie üblich bestelltechnisch ein wenig spät dran war, blieb auf Amazon nur noch der Erwerb der deutlich teureren Collector's Edition
für stramme 70 EUR. Dafür gab es aber zusätzlich zum Spiel eine Landkarte des Spiels im Piraten-Schatzkarten-Stil (leider unbeschriftet),
Aufkleber, den recht netten Soundtrack als Audio-CD und eine making-of-DVD, die inhaltlich einigermaßen interessant, aber ein wenig lieblos
daherkam.

Wie dem auch sei, nach Jahren des Online-Rollenspiels mit monatlichen Gebühren wollte ich mal wieder ein nettes Offlinespiel zocken,
zudem aus deutscher Herstellung und eben gebührenfrei, dafür mit modernerer Grafik als WoW (kein Kunststück).

Anfang der Woche wurde ich fertig damit. Die anfängliche Begeisterung über die sehr feine Tropeninselgrafik hielt bis zum zweiten der
insgesamt 4 Kapitel, in die das Spiel unterteilt ist. Als WoW-Geschädigter habe ich bis zur letzten Minute mit der Steuerung gehadert,
aber das ging eigentlich doch ganz gut. Spannend waren das Erste und vor Allem das zweite Kapitel, die lange Zeit in der Hafenstadt
und die vielen Beziehungsgeflechte der dort angetroffenen Personen.
Ich hatte mich schon vor Spielbeginn auf die Rolle eines Magiers festgelegt (zur Auswahl standen Bandit, Ordenskrieger und Magier).

Mit dem Wechsel des Ortes in die Vulkanfestung begann dann eine Art Der-Name-der-Rose-Kriminalstück, was ich interessant fand.
Dann aber musste ich wieder raus in die tropische Wildnis und kam irgendwo im Osten der Insel nicht weiter.
Überhaupt fand ich die Kampftechnik mit dem Stab unerwartet schwierig, also legte ich mir per Cheatkommando eine Axt zu.

Dann im Osten erschien mir der Weg erneut zu schwierig, also wurden -wieder per cheat- die eigenen Fähigkeiten nach oben geschraubt.
Nach GANZ oben. Ich weiß, dass cheats das Spiel ruinieren, aber erstens kam ich nicht weiter und zweitens sind cheats wie Erdnussflips:
Hat man erst mal damit angefangen...

Das dritte Kapitel war eine herbe Enttäuschung. Nur noch "unter Tage" in dungeons.
Wo ich dungeons doch so
liebe. Grmpf.
Außerdem war das dritte Kapitel viel zu schnell vorbei und an spielerischen Inhalten etwas sehr dünn.

Das vierte Kapitel ging mir so was von auf den Zeiger.
Längst hatte ich mir alle Teleport-Runensteine (ja doch, per cheat) zugelegt, damit ich mir die Rennerei quer über die Insel sparen konnte.

Zum Schluss wollte ich es nur noch zu Ende bringen: Per Cheat ALLE items überhaupt angeeignet, in den Unbesiegbarkeitsmodus
gewechselt ("GOD") und sich dann dem Endgegner gestellt.
Das Finale ist eine ziemlich unpassende Videosequenz mit schlichtweg lieblosem Ausgang, aber das war ja schon vorab bekannt.

        Was bleibt von RISEN in Erinnerung?

Eine wirklich schöne Insel, nette Grafik, streckenweise interessantes Gameplay und gute Spielinhalte. Für mich aber zu schwierig und zu
sehr dungeon-lastig. Die wenigen bugs fand ich nicht so schlimm.

Zur Erinnerung habe ich ein paar der hübscheren Screenshots an die schönen Momente im Spiel behalten.
Wer mag, kann diese hier noch einmal mit mir teilen.
 


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se njuh comischinner of ännerdschieh

26.01.10



Wie neulich auch Norbert Walter (der ehemalige Think-Tank-Chief der Deutschen Bank) sehr richtig feststellte, haben wir seit je her
in Deutschland die Tendenz, nicht gerade die Besten und Versiertesten als Verteter unseres Landes nach Brüssel zu schicken.
(Mehr von meinem Gemotze zu diesem Thema hier, Datum 05.06.09.)

Aber diesmal haben wir
echt den Vogel abgeschossen:




Das werden selbst WIR nie, nie wieder unterbieten können.

Am Besten gefällt mir der Schlusssatz: 
"Im my homeland, Baden-Württemberg, we are all sitting in one boat." 

[ Da sehe ich meinen verstorbenen Vater vor mir - den Sprachenlehrer.
Der zu Lebzeiten deutsche Militärs und Staatssekretäre in seinem Englischunterricht sitzen hatte und sie
auf ihre Einsätze in der NATO oder anderem Ausland sprachlich vorzubereiten hatte.

Ich sehe ihn, wie er mit beiden Fäusten von innen an die grosse Pforte hämmert und brüllt:
"Lasst mich zurück, lasst mich sofort da runter, ich will ihn würgeeeeeeennnnnn!" ]


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Humor, immerhin.

25.01.10


Die Bußgeldstelle Kassel erhielt folgendes Gedicht von einem Verkehrssünder:


        "Mit Interesse habe ich Ihr Schreiben gelesen - und streite nicht ab, ich bin es gewesen.
        Wie's kam liebe Leut', ich sag's Euch genau - in Duisburg war ich ein paar Tage, bei einer reizenden Frau.
        Und hab' dann, sonst hätt' ich etwas versäumt - von dem schönen Tagen geträumt.
        Plötzlich ging es bergab, ich war ganz verwundert - ich wurde immer schneller und oben stand "Hundert".
        Und plötzlich glaubte ich - es klingt wie ein Witz - es kommt ein Gewitter, denn ich sah einen Blitz.
        Nach Ihrem Schreiben ist mir nun klar - dass es kein Gewitter, sondern Eure Kontrolle war.
        Auf die Strafe dafür warte ich nun geduldig - mit einem Wort, ich bekenne mich "schuldig".
        21 Kilometer zu schnell, einen Jeden kann's treffen - ich sehe es ein, es war ein Verbrechen.
        Trotzdem bitte um Freispruch ich, sag's ganz formal - ein Mann, der glücklich ist, ist nicht normal."


Antwort des Sachbearbeiters im Bußgeldbescheid von Kassel:


        "Ist der Reim auch noch so gut gelungen - zum Bußgeld seh' ich mich gezwungen.
        Kommen Sie wieder mal von dieser Frau - nehmen Sie den Zug, seien Sie schlau."



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Der Schlussmacher

24.01.10



Es gibt tatsächlich die Möglichkeit, ein nicht mehr vermeidbares Trennungsgespräch mit dem Noch-Partner outzusourcen:

Im Rahmen einer Preisspanne zwischen 30 und 65 EUR (je nachdem, wie gefühllosvoll es ablaufen soll) kann man einen "Schlussmacher"
buchen, der dann die Drecksarbeit übernimmt, dem Noch-Partner mitzuteilen, dass er in den eigenen Lebensplanungen keine Rolle mehr
spielen soll. Im Herbst gab es mit dem Initiator ein Interview dazu.

Interessant: Die durschnittliche Klientel bisher ist jung, weiblich, und noch nicht lange in einer Beziehung (gewesen).

Der Dienstleister erwidert auf die Frage nach moralischen Bedenken, auch ein jeder Apotheker verdiene schließlich mit dem Leid
seiner Kunden Geld. (Diese Argumentation ist so unfassbar dämlich, dass sie auch nur einem ehemaligen Versicherungsfuzzi einfallen konnte.)

Ein Stück weit wird der Schlussmacher aber auch seiner vorherigen Branche treu geblieben sein:

Zum Einen bietet er sein Geschäftsmodell auch Lizenznehmern an.
Da viele Versicherungsvertreter gut Monologe halten können, sich aber in den Regulierungswirrungen der letzten 5 Jahre nicht mehr
zurecht finden (EU-Vermittlerrichtlinie, VVG-Reform, MiFID, WpHG- Novelle, GWG-Neuordnung, IHK-Zertifizierung, Alterseinkünftegesetz...),
bieten sie sich geradezu idealtypisch als Schlussmacher-Lizenznehmer an.

Außerdem bringen Etliche unter Ihnen die in diesem Geschäftsmodell notwendige Skrupellosigkeit Kaltschnäuzigkeit Fähigkeit mit,
die Dinge einfach nicht zu nah an sich ran zu lassen.

Aber für die, die doch noch nicht so ganz den Absprung in die neue Tätigkeit als relationship-undertaker wagen wollen,
hat der Schlussmacher noch das E-book "
Ihr Kunde ist König" (Überschrift jedoch: VERKAUFEN WIE EIN ECHTER PROFI )
zum Sonderpreis von EUR 29,95 im Portefeuille.

Außerdem im Angebot:
Existenzgründungshilfe als Medienagentur, als selbständiger Graffiti-Beseitiger (!) und -Achtung-
MYSTERY SHOPPING.


                   Stimmung des Abends:

                   *ROFL*


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Vollpfosten

23.01.10



        [ ...bittebittebittebitte lieber Gott - lass das noch online sein, wenn ich es auf die homepage einstelle ...]

Der Versuch eines Dankschreibens an Dieter Bohlen in dessen Blog:   
your Schokobär


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Technikdödel

22.01.10



In Sachen Computer und so komme ich eigentlich ganz gut zu Rande, mit 2 legendären Ausnahmen:

Ich habe
Schwierigkeiten mit Netzwerkfunktionalitäten zwischen Rechnern (außer unter Windows 7, weil man Analphabet sein muss,
um es dort
nicht zu kapieren).
Und ich habe KEINEN BLANKEN SCHIMMER von jeglicher Art von Telekommunikation.
Wie jemand ein Telefon an einem Router o.ä. anschließen, die MSN konfigurieren und erfolgreich ans Laufen bringen kann, erschließt sich
mir nicht und ich HASSE ES, dass diese Dinge in den letzten Jahren so kompliziert waren.
Also für
mich jedenfalls.

Wie grandios ich auf dem Gebiet die letzten Jahre versagt habe, wurde mir gestern in nur 20 Minuten klar.

Der Besuch eines Vodafone-Technikers war für "nachmittags" avisiert, da der Arbeitgeber der Liebsten den Provider für die homeoffice-
Leitungen gewechselt hat. Nach einigen vorher noch auszuräumenden Fehlern in der Kommunikation und Terminvorbereitung klingelte es
dann spätnachmittags an unserer Tür.

Davor stand ein missmutiger, sehr wortkarger Mann fortgeschrittenen Alters mit einem Auftrag von VODAFONE, Unterlagen von ARCOR
und einer Dienstjacke von der DEUTSCHEN BAHN (!). (Ok, das ist heute ja normal.)

Hey, DER war vielleicht begeistert, als er sich auf den Fußboden legen durfte, um dort gebührend mein Gesamtkunstwerk aus Kabeln,
reichhaltiger Hardware der letzten 7 Jahre und doppelseitigem Teppichklebeband (ich bin gründlich) zu bestaunen.
Er hat dann auch ein paar Minuten gebraucht, bis sich ihm Sinn und schöpferische Kraft dieses kreativen Exponates erschlossen.

Dann ging er ans Werk und begann mit dem, was nicht anders als TOTALAUSWEIDUNG meines Techniksideboards bezeichnet werden kann.
Als er fertig war, stand noch genau  - 1 -  ( e i n ) Gerät im Board, das war's.

Mit den Worten
"Ich glaub', da unten ist jetzt grad 'ne komplette Steckdosenleiste wieder frei geworden." ließ er sich den Auftrag quittieren
und verschwand nach 20 Minuten in seiner Deutsche-Bahn-Jacke.

Ungläubig starre ich seither auf den Fußboden vor mir - auf die Geräte, die alle überflüssig geworden sind (und es z.T. schon LANGE sind),
die da aber seit Jahren angeschlossen waren und still vor sich hin blinkten.

Man muss auch mal seine Inkompetenzen mit Anderen teilen können, also: Lachen Sie gemeinsam mit mir  :-)


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Befehl: Frühling

21.01.10



  (Zum Artikel aufs Bild klicken)

Ok - was die korrupten ideologieversuchten Schlitzaugen aufstrebenden Wirtschaftswunderkinder in Fern-Asien können, kann ich auch:

Hiermit erkläre ich den Winter für beendet.
Ab morgen hat jeder wieder der neu befohlenen Jahreszeit "Frühling" entsprechende Kleidung zu tragen.
Dies gilt insbesondere für die WEIBLICHE Bevölkerung.

Zum Zeichen des saisonalen Neubeginns hat der große Zentralratsvorsitzende der Kappelbergpartei Deutschland (ich)
die Farbgebung des zentralen Parteiorgans (diese Seite) von
EISKRISTALL auf LEUCHTENDE ABENDSONNE umgestellt.

Der Winter gilt hiernach offiziell als überstanden.

(Abgesehen davon konnte ich die mangelhafte bisherige Darstellung im Firefox nicht mehr ertragen.)


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0 to 60 in 3.5

20.01.10



20.40 Uhr.
Im Tiefflug auf der B29 in meiner Sternenkämpferin.
Heimfahrt vom vierten Termin.


                   Erkenntnis des Tages:

                   Bei 180 knapp unterhalb der dB-Schmerzgrenze RIHANNA's
"Shut up and drive" zu hören, während eine unheilige Allianz
                   aus Stufe-4-Sitzheizung und Subwooferbässen meine Zeugungsfähigkeit für die nächsten 4 Wochen zerbröseln,
                   ist fast so gut wie Sex.



                    Nachtrag 22.12 Uhr:
                    Aber nur FAST.


 

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Haiti

19.01.10



Wie gut wir es hier im Herzen Europas haben, erkennt man spätestens dann, wenn Einem wieder die Bilder von
erdbebenerschütterten Gebieten und umherirrenden Menschen via TV ins Haus flattern.
Und nahezu IMMER trifft es die Armen und Ärmsten, denen es vorher schon katastrophal schlecht ging.
Gott muss einen wirklich kranken Sinn für Humor haben.

Nun hat es Haiti getroffen.
Wer sich fragt, wie ein einzelnes (wenngleich schweres) Erdbeben in ganzes Land in Schutt und Asche legen kann, beginnt
zu recherchieren
(so auch ich - das, was ich vorher von Haiti im Kopf hatte, waren die Diktatorennamen "Papa Doc" und
"Baby Doc" und die Charakterisierung des Landes und seines "widerwärtigen sozialen Klimas", wie es einmal zu lesen stand.)

Ganz grob gesagt, ist der Verlauf der (Nicht-)Entwicklung dieses als Staat gescheiterten Landes geradezu ein Paradebeispiel
für post-koloniale Gesellschaften, wie es sie auch in Afrika zu Dutzenden gibt. Wo spanische Kolonisten das Land erstmal von
seiner Naturbevölkerung gesäubert und dann mit Sklaven-Afrikanern wiederaufgefüllt haben, wo die Franzosen als Zweitbesitzer
das Land nur gegen jahrzehntelange Entschädigungszahlungen in die ungeplante und unbegleitete Unabhängigkeit entließen,
kann man sich leicht vorstellen, wie die Begrifflichkeit "widerwärtiges soziales Klima" zustande gekommen sein mag.

Was nichts an der Tatsache ändert, dass man helfen MUSS, wenn man helfen KANN.

Heute gab es zum Thema Haiti in unserer Firma ein Mitarbeiterrundschreiben mit einem eindringlichen Spendenappell
an uns Angestellte. Für jeden Euro, den wir spenden, legt die Geschäftsleitung noch mal 2 Euro drauf, so dass insgesamt
aus jedem Spenden-Euro drei werden.

Die Liebste und ich mussten da nicht lange überlegen.
 


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BB X

18.01.10



Container-TV ist zurück, das Fremdschämen (auch für die Berichterstattung) kann wieder losgehen:
Die 10. Staffel des Endemol-Megasellers "BIG BROTHER" ist auf RTL II gestartet.
Wer um alles in der Welt guckt das noch?

Bei der ersten Staffel vor 10 Jahren war noch Vieles anders: Die Kandidaten waren augenscheinlich milchbubig und nicht von vorneherein
nach fuckability gecastet, die eigentliche Titelmelodie ("Leb!") war noch nicht Sender-hausintern zusammengeflickschustert und vor Allem:
Die Kandidaten waren authentisch - und es war
N E U .

Es gab kurze Zeit lang einen eigenen Pay-TV-Sender, der 24-Stunden-Übertragung aus dem BB I -Container sendete, und ich kenne Leute
die dieses Angebot TATSÄCHLICH wahrgenommen hatten (na gut, im Paket mit BloombergTV und anderen).

Das Staffelfinale wurde damals in Großbildkinos übertragen, und wir sind natürlich hingegangen!
Junge, wir haben den großen Saal ganz oben im UFA-Palast in Stuttgart fast in Schutt und Asche gelegt, als dieser Vollpfosten JOHN
("Das Langloch-Ohr") zum Sieger gevotet erklärt wurde.
Allerdings hat der Zweitplazierte und allgemein favorisierte Jürgen danach sein Leben erfolgreicher gemeistert, so wie es aussieht.

Weil es neu und frisch war, haben wir neugierig hingeguckt.
Weil es neu und frisch war, haben wir die Moderatoren ertragen - den Philosophen Percy Hoven (hey, das reimt sich) und die
wahrhaft unterirdisch schlechte Sophie Rosentreter.

Aber wer will sich im zehnten Jahr noch irgendwelche vorgescripteten Pseudoskandälchen angucken?
Wer braucht in Zeiten von redtube und Co. noch die billigen attention whores, die sich am ersten Tag im Container nackt
vor die Kameras stellen?

Und für was eigentlich? Wegen 250 TEUR, abzüglich Steuern, den Lebenslauf runinieren?
Im Jahr 2010 ist BIG BROTHER als Sendeformat einfach nur lachhaft und peinlich.

Da fällt mir ein - ich hatte doch noch irgendwo einen Cartoon zu BB abgespeichert, gleich nach BB I.
Wie hiess der auch noch gleich? Ach ja: Big Brother - die Spätfolgen.


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3-Stunden-Eltern

17.01.10



Etliche Monate lang war es uns erfolgreich gelungen, uns davor zu drücken hatte sich keine Gelegenheit ergeben, unser Patenkind
mal eigenverantwortlich ein paar Stunden zu beaufsichtigen, aber gestern war es soweit gewesen:
Seine Eltern hatten offiziell (also mit Termin- und Uhrzeitnennung) nach einer Beaufsichtigung gefragt und wir hatten zugesagt.

So ein bisschen mulmig war uns im Vorfeld ja schon gewesen: Wir als Nicht-Eltern sind ja denkbar schlecht geskillt
in Sachen Erziehung und Eltern-Verhalten, unsere Talentbäume weisen eher eine Punkteverteilung im Bereich Konsum
und Freizeit auf. Muss man ja ehrlicherweise dazu sagen.

     (Kleiner WoW-Rückfall: Uns eine Kindesaufsicht zu übertragen ist etwa so, wie einem Baum-Druiden die Main-Tank-Aufgabe
      bei Maexxna zu überlassen - das KANN irgendwie durch ein Wunder möglicherweise klappen, aber dass die Sache schief geht,
      ist eher hochwahrscheinlich.)


Mit entsprechend gemischten Gefühlen trafen wir bei unserem Patenkind ein. Beim Abendessen waren die Eltern noch dabei, bevor sie
zu ihrer Geburtstagseinladung aufbrachen. Es gab Pizza.
Von einem 3-Jährigen kann man kaum den korrekten Einsatz eines Besteckmessers erwarten, wohl aber den der Gabel.

Also hab ich dem Kleinen die Pizza in mundgerechte Stücke geschnitten.
Nun sind die aber auch zu verführerisch, um mit den Fingern zuzugreifen, aber da musste ich ein Bisschen den Erzieher-Onkel raushängen
lassen und bestand auf einer mitteleuropäisch konsenten Nahrungszufuhr
mit der Gabel. In der rechten Hand!
Hat der Kleine interessanterweise auch gleich begriffen. "Vormachen-Nachmachen" zieht besser als lange Erläuterungen.

Überhaupt habe ich den Eindruck, wenn man kleinen Kindern gegenüber
EINMAL eine unmissverständliche, deutliche Ansage tätigt, hat
man viel gewonnen und gewisse Dinge sind dann ziemlich endgültig vom Tisch.
(Eine zeit lang hat der Kleine auf alle Besucher und seine größere Schwester mit Spielzeug einschlagen wollen. Das geht erstens mal
GAR NICHT und zweitens hat so ein kleiner Knopf-Bub erstaunliche Kräfte in den Händen, das kann also auch Erwachsenen richtig weh tun.
Die bessere Hälfte hatte sich
mit Worten versucht zu wehren, als er bei einem früheren Besuch zu ihr auf die Couch
kletterte und schön feste an ihren Haaren zog, was sichtlich weh getan haben muss.

MIT WORTEN.
Das war in meinen Augen ein Fehler gewesen, denn darauf hatte der Kleine damals NULL reagiert.
Dann war er zu mir auf die Couch gekommen und versuchte was ganz Ähnliches mit MIR. Böser Fehler.

EINMAL hatte ich ihm gesagt, er soll das lassen. Er hatte nicht hören wollen und weitergemacht.
EINMAL hab ich daraufhin das Gleiche mit ihm gemacht, was er mit MIR vorher versucht hatte, allerdings ebenfalls
mit voller Kraft und Gewalt, so wie auch er. Nur bin ICH eben ein Erwachsener - und da hat er mal kurz aufgejault.

Ich kann mich GUT an die Gesichter seiner Eltern und die meiner besseren Hälfte erinnern, in denen stand Entsetzen
zu lesen und die Unsicherheit, wie man sich jetzt mir gegenüber verhalten soll.
Was soll ich sagen,  für die nächsten Wochen dieser Entwicklungsphase hat er sich mir gegenüber NIE WIEDER
gewalttätig verhalten, und ich darf hinzufügen, dass in meiner Wahrnehmung ich DER EINZIGE war, bei dem
er das wohlweislich unterlassen hat.
Seitdem habe ich irgendwie den Eindruck, er misst meinen Äußerungen auch irgendwie einen gewissen Wert bei.
Er unterbricht mich eigentlich nie, fragt mich öfters etwas und wollte gestern zum Beispiel nicht ins Bett, ohne mir
gute Nacht gesagt zu haben.)

        Eltern für 3 Stunden waren wir, was soll ich sagen?

Es war schön. Wirklich schön.
Patenkind und größeres Schwesterchen waren sehr lieb und pflegeleicht, nicht überdreht und  -finde ich wichtig-
gehorchten die paar Male, wo eine kleinere "Ansage" nötig war. Also fast nie.
Mit dem Patenkind habe ich SÄMTLICHE Reifen ALLER Spielzeugautos "repariert" (= mit dem Spielzeughammer
jeweils zweimal auf die Felgen geklopft) und diverse Umbauten an seinen Feuerwehrautos (Plural!) vorgenommen.
Als er mich um Hilfe bat, seine Spielzeugtiere wieder in den Karton einzupacken, gab ich zu bedenken, dass er ihnen
ja noch nicht gute Nacht gesagt hätte.

Prompt nahm er die zwei in seine Hände und sagte:
"Gute Nacht, Maus. Gute Nacht, Bär." Das sind so die Momente, in denen man für zwei hundertstel Sekunden
auch eigene Kinder für nicht mehr so undenkbar hält.

Seinem Schwesterchen habe ich gefühlte 40 Seiten "Hexe Lilly" vorgelesen - eine wie ich finde ziemlich
komplexe Story mit einem für Kinder äußerst anspruchsvollen Vokabular (
"von majestätischem Geschlechte",
"goldene Ornamente" "lederne Halskrausen"
).

Heute morgen muss Patenkind aufgewacht sein und seine Eltern gefragt haben "Wo ist Onkel Rainman?"
Ihm wurde bedeutet, dass ich und die Liebste nach Hause gefahren seien und nur seine Eltern vor Ort wären.
Daraufhin muss er verkündet haben, dann komme er heute nicht aus seinem Zimmer.
Sprach's und schloss die Tür wieder zu.

So ganz falsch werde ich es also gestern wohl nicht gemacht haben.
Da finde ich es doch gleich verzeihlicher, dass er mich gestern um ein Gute-Nacht-Lied gebeten hat, dann aber
nach 20 Sekunden  meiner sehr bemühten "La-Le-Lu"-Gesänge sich die Ohren zugehalten hat (!), demonstrativ
seine La-Le-Lu-Spieluhr aufzog und mit den Worten "Gute Nacht, Rainman" das Licht in seinem Zimmer löschte.


                   Erkenntnis des Tages:

                   Hab gerade mal mit der besseren Hälfte Rücksprache gehalten.
                   Ich glaub, wir machen das jetzt öfter.


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The Wave is here

16.01.10



Fast 12 Jahre lang habe ich ein bestimmtes Lied gesucht, was ich lange nur vom einmaligen Hören auf einer Audio-Cassette in einem
fremden Auto kannte. Es war ein Midtempo-Techno-Knaller der späten 90er, der mitten im Stück nochmal eine interessante Wendung
nimmt und dann völlig anders endet, als er angefangen hat. Gewissermaßen 2 Lieder in Einem.

Das Stück hieß offensichtlich "The Wave", soviel konnte ich erahnen.

2 Jahre und gefühlte 50 irrtümliche downloads bei der Katze später wusste ich immerhin, von wem das Lied war:
Einer Combo namens "SOSA". Und nun hatte ich das Stück wenigstens als MP3, wenn auch in mieser Qualität.

Blöderweise gab es nirgendwo irgendwas Anderes von denen zu finden, außer diesem einen Lied.
Die Suche nach anderen Veröffentlichungen, Bandinfos etc. blieb absolut ergebnislos.
Und KEIN EINZIGES weiteres Lied war zu finden.

Bis letzte Woche.
Da ließ ich meinem Frust über zwei grandiose Buch-Fehlbestellungen in den Leserrezensionen bei Thalia.de freien Lauf und schaute
bei der Gelegenheit anschließend nochmal bei Amazon vorbei, um meine Thalia-Fehlkäufe zu korrigieren.
Und zum ersten Mal seit Äonen führte der Suchbegriff "Sosa The Wave" zu einem Treffer!
Nicht Neuware, natürlich - aber immerhin "
gebraucht, sehr guter Zustand". Ein ganz sicherer Kauf!
(Auch wieder mal witzig: Produkt € 1,95, Versandkosten € 3,00).


Gestern kam die Sendung an.
Gut, dass mir niemand dabei zugesehen hat, als das Teil zum ersten Mal in meinem CD-Laufwerk durchlief, der hätte sonst
meinen müssen, ich hätte in die Steckdose gefasst ;-)



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A fork stuck in the road

15.01.10



Das Leben entscheidet sich an ganz wenigen Schaltpunkten.
Bis zu diesen Kreuzungen verläuft es scheinbar gradlinig, dann aber schlägt es wieder einen anderen Kurs ein.

Nun würde man für gewöhnlich einschneidende, äußerst prägnante Einzelereignisse vermuten, die die Sprengkraft und die Intensität besitzen,
solche Richtungsänderungen herbeizuführen.

Das muss aber nicht so sein.
Vielmehr sind es die Augenblicke, in denen Einem klar wird (oder zumindest unterschwellig dünkt), dass sich der bisherige Weg seinem Ende
nähert und nicht auf ewig weitergegangen werden kann.
Diese Augenblicke der Erkenntnis "erscheinen" ganz einfach.
Sie können natürlich auch durch plötzliche und einschneidende Erlebnisse auftreten, klar.
Aber mitunter reichen ganz banale Alltäglichkeiten, um im Inneren die Lampe der Erkenntnis anzuknipsen.

2 Tage auf Tagung hinter mir. Eine, wie sie dutzend- und vielleicht hundertfach im Leben stattgefunden hat und stattfinden wird.
        Wirklich
wird ?

Mitten in einem der Vorträge geschieht es:
Mein Gehirn beschließt, zuzumachen und schaltet die Akustik-Rezeptoren auf Durchzug:
"Kein Wort mehr von diesem Unsinn, es reicht!"
So sehr ich mich auch bemühe, dem Gesagten zu folgen, es will nicht mehr gelingen.

Ich beginne mich im Zuhörersaal umzusehen - all diese Gesichter, all die ausdruckslosen Mienen. Fast alle haben den gleichen oder zumindest
einen ähnlichen Job wie ich - aber: Was verbindet uns? Was habe ich mit ihnen gemeinsam? Wo decken sich vielleicht unsere Talente?
Was motiviert die, was auch mich motivieren könnte?

4 Fragen in meinem Kopf.
Er spuckt dann auch gleich 4 Antworten aus: Nichts, nichts, nichts und nichts.

Gemein, wie der Kopf dann nun mal ist, stellt er auch gleich die logisch-konsequente Frage:
Wenn ich mit all denen hier nichts gemeinsam habe, es nichts gibt, was uns verbindet, wir völlig unterschiedliche Talente und Motivationen
haben: 
Was zum Geier tue ich hier?

Der rationale Teil des Gehirns registriert die existenzbedrohliche Sprengkraft dieser Gedanken und beginnt, eine Verteidigungslinie aufzubauen:
   "Denk an Dein Einkommen.
        Denk doch mal an Deine Zukunft.
            Deine Rente.
                Sieh Dir Deinen Lebensstandard an, willst Du das aufs Spiel setzen?
                    NIE WIEDER wirst Du es so gut haben, mach jetzt keinen Scheiß."


Von der anderen Seite brüllt der chronisch unterforderte Intellekt.
        "Ja, SuperIngo, dann bleib doch da und hör' DU Dir diesen MIST nochmal 25 Jahre lang bis zur Rente an, aber ICH wander' dann aus!"
        "Halt, warte auf mich, ich komme mit!"
ruft die Kreativität.
      
 "Gott sei Dank, ich komme hier weg und kann mich wirklich wichtigen Aufgaben zuwenden!" seufzt der Gerechtigkeitssinn.

"STOP!" tönt die absolute Instanz, "Keiner verlässt hier den Schädel. Wir werden alle schön hierbleiben und in Ruhe eine Lösung finden.
Es wird für Euch Alle was dabei sein. Und ich verspreche Euch: Ihr müsst das hier KEINE 25 weiteren Jahre mit anhören, wär' das für Euch ok?"


Allgemeines murrendes Zustimmen, gefolgt von Stille.

Der Kopf öffnet vorsichtig wieder die Ohren und vernimmt die rettenden Wortfetzen
                                                    "...und treffen uns dann wieder hier in 35 Minuten nach der Kaffeepause!".
                                                                                                                                                                    Die Rettung!


                   Erkenntnis des Tages:

                  
Nie und nimmer schaff' ich das hier bis zur Rente.
                   Hmm, 'mal überlegen, was man noch so machen könnte.



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Snoop Black

13.01.10



Das hier hab ich erst für einen hoax gehalten, aber von wegen.
In diesem Werbespot singt Snoop Doggy Dogg tatsächlich Roy Black nach.




Da sitzt Du fassungslos vor dem Bildschirm.
Ich glaub, nach DER Augen- und Ohrenweide brauche ich morgen erst mal eine online-Auszeit...


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Geht mir auch so

12.01.10



Ach kommt jetzt, gebt's doch zu - ihr hattet das schon immer gewusst, oder?




Eigentlich hätte da noch hintendran stehen sollen "...
WÄHREND DES LESENS VON RAINMANSUN.DE".
Aber das hat ja nicht mehr hingepasst ;-)

(Gefunden letztes Jahr bei lawblog).


PS: @ Internet Explorer-Nutzer: Schon bemerkt? Der FEENSTAUB AM CURSOR IST ZURÜCK !! Passt ja zur Witterung diese Woche.
     [ Und ja doch, Firefoxnutzer gehen animationstechnisch wieder mal leer aus, ich weiß. Unabhängigkeit hat nunmal ihren Preis, Freunde. ]


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Eine Grabrede für 

11.01.10



Liebes AOL,
Seit heute steht fest, dass Du in Deutschland dicht machst. Endgültig zu Grabe getragen wirst.

Irgendwie macht mich das traurig.
Deine 3 Buchstaben standen ja nicht nur für einen der ehemals führenden Anbieter von Internetzugängen und Emailadressen.
Allein Dein Name hat die Internetgemeinschaft in einer Art und Weise polarisiert, wie es seitdem nur noch ein einziges Mal gelungen ist:
Der Firma Apple Inc.

Genau wie heute Apple gab es nur zwei eigene Positionen zu Dir: Man hasste Dich oder man liebte Dich.
Was Dich und mich betrifft, ich tat Beides nacheinander:

Meine erste Emailadresse war eine " @aol.com " -Adresse. Mitte der 90er waren ja bei Dir noch eine Menge interessanter Emailadressen frei.
            Gott, war ich stolz!
Kaum zu glauben, wie grün wir damals alle hinter den Ohren waren.

Was nahmen wir nicht alles in Kauf, um mit Dir ins Internet zu gehen:
Eine gelinde gesagt mit Fehlern gespickte Installationsroutine, die stets den vorhandenen Internetanschluss zuverlässig nicht fand -
es sei denn, DU warst der Provider.

Ein Browser, der immer veraltet war und stets erstmal ins eigene AOL-Web umleitete.
Und dies so erfolgreich, dass ich zwei Jahre brauchte um herauszufinden, dass es da "hinter" dem AOL-Web noch ein anderes, eigentliches
INTERNET gab, welches aber in Deinem Browser stets fehlerhaft angezeigt wurde !
            Gott, habe ich mich geschämt.

Was mir aus unseren Anfangstagen richtig toll im Gedächtnis geblieben ist, war Deine "Mitgliedergalerie", in der die Mitglieder ihre Fotos
hochladen konnten und dann nach "x-mal aufgerufen" sortiert werden konnten.
Überflüssig zu sagen, dass sich unter den ersten 50 Plätzen stets nur max. 1 oder 2 Männer befunden hatten.,
Und wie praktisch, dass die Mitgliedernamen sich fast immer mit den Emailadressen deckten........ :-)

Ja, die Gründerzeit des Internets: Deine Modems lagen noch extern verkabelt neben den PCs und mussten separat angeschaltet werden.
Weil das bald kein Mensch mehr machte (unter anderem, weil Sie nach kurzer Zeit in einer galaktischen Staubwolke hinter der PC-Galaxie
versanken), wurden sie eben Tag und Nacht angelassen - die grosse Zeit der Dialer-Abzockprogramme brach an.

Was haben wir frohlockt, als die Internetzugangsgeschwindigkeiten VERDOPPELT wurden, und Du, AOL, warst ganz vorne mit dabei:
Von 14.4 kB hoch auf 28.8 kB !
Eine Sensation: Endlich konnten wir 5 MB-Videoschnipsel SCHON in 25 Minuten (!) auf unsere riesige 250 MB -Festplatte runterladen!
(Hach! War Tera Patrick da noch jung...)

Und dann diese unnachahmliche Geräuschkulisse während des Verbindungsaufbaus! Echtes, rohes Modemknarzen und -rauschen, welches
sich je nach unvorsichtigerweise eingestellter Lautstärke schon mal wie ein zusammenbrechendes Bücherregal anhörte.

Apropos "zusammenbrechend": Viele von uns haben ihren Computer erst so richtig kennengelernt, nachdem sie versucht hatten,
Dich wieder zu deinstallieren.
Dich, das große, mächtige AOL eigenwillig DEINSTALLIEREN? Keine Chance.
"Ich bin der Herr, Dein Gott, Du sollst keinen anderen Anbieter neben mir installieren!"

Ganze ORGIEN manuellen Säuberns unter Anwendung aus dem Internet heruntergeladener Ratgeber mussten veranstaltet werden.
Ein unerreichter Software-Exorzismus, der Dir unter Win NT3.51 aber immerhin erspart blieb:
Du warst DERART auf Komplettbesitz des Systems aus, dass Du dort erst gar nicht zugelassen wurdest.
(Ich habe es trotzdem geschafft.)

Aber: De Mortibus nihil bene.
So lass uns auch an die schönen gemeinsamen Momente zurückdenken:

Der legendäre Urlaub, als es uns gelang, nachts bei Taschenlampenlicht im zweiten Stock eines Rohbaus in Zentralgriechenland
ein paar dünne Kabel aus der Betonwand zu klopfen und diese zu ent-isolieren, dann die losen Drähte in die interne Modem-PCMCIA-Karte
meines Notebooks einzufrickeln (HST Saphir II Karte - ich besitze sie heute noch!) und dann mit Deiner Hilfe tatsächlich eine Verbindung zu
AOL Deutschland (über den kleinen Umweg via AOL Thessaloniki) zu etablieren.

Ich sehe es vor mir als wäre es gestern gewesen:
"
Verbindung mit 9.600 Bit".
Wir haben GEJUBELT wie nach der ersten Mondlandung!

Und dann hatte ich natürlich auch sehr nette Begegnungen im AOL Chat, die mir gerne in Erinnerung geblieben sind.
AIM - Der AOL Instant Messenger! Durchaus Kult.
Und die vielen Emails...

Lass uns die Details Deines Niederganges einfach vergessen!
Kein Wort mehr über die Verbindungsabbrüche!
Vergessen wir die mit jeder neuen Version immer schlimmer werdenden Softwarefehler!

Denn ich hielt noch zu Dir, als mein Rechner deinetwegen bereits 50% langsamer und ich wegen meiner "@aol.com" -Mailadresse schon
bei Kumpels (alte CompuServe-Junkies, Du weisst schon) der Lächerlichkeit preisgegeben worden war.

Als die Idioten bei Bertelsmann Dich quasi zwangen, das hochbeliebte und geachtete CompuServe zu schlucken, sank Dein Beliebtheitswert
in der Webgemeinde auf den Wert von Chris Brown bei Rihanna-Fans.
Ab 2007 lagst Du auf der Intensivstation, ohne Dein an Hansent (Alice!) verkauftes Internet-Zugangsgeschäft bereits im Siechtum.

Nun also das Aus in Deutschland.
Was wird von Dir bleiben?

Die unvergessliche, freundliche Frauenstimme, mit der Du uns Wilkommen geheissen hat und Die uns so nett verabschiedete,
uns über neue Emails und abgeschlossene downloads informierte:

        Willkommen

        Bis bald

        Sie haben Post

        Übertragung beendet


Als kleine Remineszenz an Dich habe ich meine entsprechenden Windows-Systemklänge durch SIE ersetzt.
So lebt ein kleiner Teil von Dir auch künftig weiter.

Du siehst schon: Irgendwie fühle ich mich Dir verbunden.
Was vielleicht auch ein klein wenig mit dem Namen Deiner eigenen Programmiersprache zusammenhängen mag:
Remote Automated Information Manager.

Abgekürzt:     RAINMAN.

Danke für die schöne Zeit.


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4x Schneeschauer

10.01.10



Habe mir mal die Wetterprognose der nächsten Tage angeschaut..

  
...und nebenher mit map24 mal die geplanten Dienstfahrten mit dem Auto hochaddiert.

Nächste Woche:
885 km.
Na, dann gehts ja noch  :-/

Ach, und wenn ich schon bei "schlechten Nachrichten" bin: Die Liebste hat sich entschieden, die hässlichen UGG's-Stiefel nun
doch
zu behalten. Wenn Sie aus dem Haus geht, verabschiede ich sie neuerdings den Worten:

     "Hast Du auch Deine Walharpune eingepackt?"
     "Ist Dein Kanu auch dicht?"
     "Und dass Du mir auf die Schlittenhunde Acht gibst!"


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21227

09.01.10



Man sagt ja, die besten Ideen kämen Einem auf dem Klo.

Da war ich heute ziemlich oft, nachdem ich mir gestern beim Schneeschippen einen Schnupfen und Halsweh eingefangen habe
und Letzteres u.a. mit größeren Mengen Apfelsaft und anderen Flüssigkeiten bekämpfe.

Während ich da nun so sitze, spiele ich mit der leeren Papierrolle in den Fingern und dabei fällt mein Blick auf die Innenseite der Rolle.
Die sind wohl nach ihrem Serienproduktionsdatum durchnumeriert, und da steht doch tatsächlich:

21227.

Nun ist das für mich nicht irgendeine Zahlenfolge - es war viele Jahre lang die Bürotelefonnummer in meinem ersten Job!
Einige Jahre habe ich dort gearbeitet und unzählige Telefonate entgegengenommen.

Ist das nicht seltsam, nach all den Jahren kommt mir diese Nummer wieder in die Finger?
Soll mir das 'was sagen?

Und hey, ich könnte doch mal meinen Nachfolger in dem Büro anrufen, den Reiner!
Wir haben uns immer so klasse verstanden!
Der wird sich bestimmt freuen (haaach Jungs, ich vermisse Euch!).
Au ja, das mache ich gleich am Montag mal.

Wie gesagt - die besten Ideen kommen Einem... ja genau.


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Schnee

08.01.10 reloaded



Komme gerade vom die-Einfahrt-Freischaufeln rein.
Wenn ich jetzt so in den Himmel gucke: War wahrscheinlich keine besonders nachhaltig wirkende Tätigkeit.

Und jetzt das gleiche Foto wie jedes Jahr nach dem ersten Schnee :-)



Und noch was für alle Freunde der Samtpfoten, gefunden bei Ilona:



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Ugg-ly

08.01.10



Es gibt da diese merkwürdige Interdependenz zwischen dem aktuellen Wetter und unserer Türklingel.

Die Kurzversion geht so:    
Wenn es draußen kalt ist, läutet bei uns immer die Türglocke.

Die Langversion geht so:

                                    Wenn es draußen Winter ist, ist es öfters mal kalt.
                                    Wenn es draußen öfters mal kalt ist, hat die Liebste daheim kalte Füße.
                                    Wenn die Liebste daheim kalte Füße hat, bekommt sie schlechte Laune.
                                    Wenn Sie schlechte Laune hat, tut sie was gegen die schlechte Laune: Im Internet shoppen.
                                    Wenn Sie im Internet (mit kalten Füßen) shoppt, springen dabei (meistens) warme Stiefel raus.
                                    Wenn diese Stiefel dann ausgeliefert werden, läutet es an unserer Türklingel.


So kommt es, dass jetzt zur kalten Jahreszeit
ziemlich oft die Türklingel läutet.
[Es gibt da diesen Fahrer vom Hermes-Versand, der war in den letzten 6 Jahren ungelogen schon 50x bei uns, und jedes Mal grinst er breiter.]

Heute war auch wieder so ein "A-ha, die-Liebste-hatte-vorgestern-kalte_Füße-Tag", als es läutete und ich 1 min später einen großen,
grau-rosa-farbenen Karton in den Händen auf den Armen hielt.
Orange Aufschrift: CONLEY'S.
Na denn, wird schon wieder irgendwas Neues sein.

Abends kommt die Liebste heim.
Plötzliche Jubeltänze im Arbeitszimmer.

rain (mit halbem Ohr hinhörend):    "Was'n nu los?"
Liebste (Karton auspackend):        "Guck mal, meine Axt ist da!" 

rain (nun sehr genau hinhörend):    "
ÄHH ... WIE BITTE?"
Liebste:                                     "Meine UGG's sind da - o warte, Du darfst nicht gucken, ich zieh' sie erst an!"

                           [spricht's und springt -die Titelmelodie von 'Indiana Jones' in der Coreyograph-Version vor sich hin summend- von dannen]

1 Minute später:

Die Liebste steht in flachen Lammfell-Naturlederstiefeln im der Tür, und nur noch ihre Ohren vermögen Sie daran zu hindern, im Kreis zu grinsen.

    "Guck mal, sind DIE nicht KLASSE? Da kannst Du OHNE SOCKEN drin stehen, die sind so was von KLASSE und warm und DERMASSEN was von
    BEQUEM, das tragen die Eingeborenen in Australien und das ist jetzt TOTAL IN, das tragen auch die Hollywoodschauspieler an den Dreh-Sets,
    weil die ja SO WAS VON..."

"Stop!" (Luft holend) "Du willst mir weismachen, dass die Aboriginees und Cameron Diaz gleichermaßen DIESE HÄSSLICHEN DINGER tragen?"

"Die SIND NICHT hässlich, das sind UGG's! Die gibt's schon ganz lange, guck doch mal wie warm und weich die sind, ich zeig Dir das 'mal im
Internet, warte mal..."

Nach einem KLEINEN Umweg über Wikipedia, Bing und schließlich doch endlich Google navigiert die Liebste treffsicher zu uggaustralia.com.
    [Frauen scheuen sich irgendwie vor direkten Webaddressen-Eingaben, ich weiß auch nicht, wieso. Vielleicht ist das für Sie so eine Art Vorspiel,
        welches man gar nicht abkürzen
DARF ?]

Während der ganzen Prozedur steht der grau-rosa-farbene XXL-Karton neben dem Tisch.
Auf dem steht GROSS und BREIT: UGGAUSTRALIA.COM.
Aber wieso gleich einparken, wenn man auch noch mal um den Block fahren kann?

Endlich - die Seite öffnet sich.
Ich lerne, dass diese Schuhe eine laaaange Historie haben und gaaaaaanz toll verarbeitet sein müssen, nichtsdestotrotz sehen Sie trotzdem
...furchtbar aus. Oder, wie die WELT.DE schrieb:
Wie die Hausschuhe eines Inuit, der abends von der Robbenjagd in seinen Iglu kommt und dort als Erstes in seine Puschen schlüpft (Quelle).

Gott sei Dank stand da auch was von "nicht wasserfest" und "hässliche Ränder nach Gebrauch im Schnee", damit war das Thema vom Tisch.

Erstmal.
Bis nächste Woche also.
Wenn der Postmann wieder 2x klingelt.


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Meiden Sie grün!

07.01.10



Das soll jetzt mitnichten ein Modetipp oder so etwas sein (huch, jetzt schreibe ich "
Tip" ja auch schon mit doppel-p,
die neue Rechtschreibung frisst sich also doch langsam in mein Hirn).

Grundsätzlich gibt es zwei gleichermaßen werthaltige Gründe, warum Sie ein guter Mensch sein und ja nicht das Gesetz übertreten sollten:

Der erste Grund:
    Es macht das Zusammenleben mit Ihnen für die Anderen in der Gesellschaft leichter, besser, erträglicher, sozialer.
    Sofern Sie Christ sein sollten, können sie die für Sie maßgeblichen 10 Gebote quasi en passante mit einhalten, das passt ja ganz gut.

Der zweite Grund:
    Haben Sie überhaupt eine Ahnung, mit wem "auf der anderen Seite" (also der Gesetzeshüter) Sie es dann zu tun bekommen? Nein, oder?

Ansatzweise hab ich ja Mitte Juli letztes Jahr darüber schon einmal ein paar Worte verloren, versuche mich aber dennoch immer wieder auch an
die positiven Begegnungen mit Polizisten zu erinnern.
Das geht ja schnell, denn es gibt in den letzten 20 Jahren lediglich 1,5 solcher positiven Begegnungen (die ganze Story gibt's hier).

Ich habe jedes Verständnis der Welt, dass Polizisten frustriert sind: Alleingelassen von der Politik, beschämend unterbezahlt, unrespektiert
in der Bevölkerung, auf manchen Revieren unterbesetzt bis zur Dienstausübungsunfähigkeit.
Da darf es nicht verwundern, das in KEINEM Beschuldigten mehr der Mensch, der Hintergrund gesehen wird, sondern nur noch
der "Vorgang", die Akte, die möglichst schnell vom Dienstschreibtisch wieder runter muss, weil da noch ein paar Dutzend Hundert andere warten.

                    Rechtsbeugung im Amt?
                        Gefälligkeitsermittlungen für Freunde?
                            Ungerechtfertigte Personenauskünfte?
                                Alles schon erlebt!

Wenn das aber dazu führt, wenn dabei Menschen zu Tode kommen, wenn dabei vorsätzlich in Kauf genommen wird,
dass Unschuldige womöglich ein Leben lang hinter Gittern sitzen, obwohl da eigentlich ein Polizist hin gehört, dann frage ich mich schon, was
da für Menschen eingestellt wurden. Und werden.

Alles Ausnahmen, sagen Sie?
Kann Ihnen nicht passieren, meinen Sie?
Wer nichts Unrechtes tut, hat auch nichts zu befürchten, glauben Sie?

Dann viel Glück.
Und - beten Sie, dass Sie Recht behalten.
 

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Ein letzter Blick zurück

06.01.10



Zu einem jeden Jahresbeginn freue ich mich aufs Neue auf den Statistik-Kram zu dieser homepage.

Man sieht sofort, ab exakt welchem Tag die Mehrheit der Leute Urlaub haben (dann brechen die Besucherzahlen ein), aber ich rätsele
immer noch, warum sich ausgerechnet seit meinem Geburtstag letztes Jahr die Zahl der Besucher verdreifacht hat (und die Zahl
der
http-Anfragen, wie das ?!?!).

Seit Kurzem nutze ich Google Analytics, damit wird auch die geografische Herkunft der Besuche auswertbar.
Na, ich bin ja mal gespannt....

Hier erstmal meine
Lieblings-Suchanfragen 2009 - kommentiert, wie üblich ;-)


vogelhaus                              ... wird zum Klassiker langsam. Seit JAHREN landet der hier...
keksmonster                              Also DAS könnte auch mal ein Klassiker werden.
gepanzerter braunbär                       Aaaahh, World of Warcraft lässt grüßen. Du meinst den hier, oder?
grillhaxe                                        Lecker! Und die Beste überhaupt gibt's hier:  46°39'41.39"N, 11° 8'8.28"E
hasenpuschen                                         ...da kann ich überhaupt nicht mit dienen.
7 schläfer                                                  
Auch lecker, mit Senfkruste und so.
montags könnt ich kotzen                
Tja, wer nicht?
buchhaltung lustig                            
Wär' mir neu!
warnleuchten im auto                   
Jau, da waren bei mir mal alle gleichzeitig an.
nina mattenklotz                        
Seit Jahren dieser Name! Keine Ahnung wie das bei mir landet...
blut verschmierter rasen       
Hossa! Was hast denn DU angestellt ?
beschneidung junge bild video peinlich dusche                    
...ähhmmmm.........
ideen die man am 1. geburtstag in der kinderkrippe machen kann 
Sicher keine Jungenbeschneidungen mit Viedo unter der Dusche.
zimmer zu vermieten privat in münchen an wochenendheimfahrer           
Du bist nicht zufällig der 7-Schläfer von oben?  
hilfe mein chef will mich ficken                                                        
 Hey, DAS hört sich interessant an, schick mal 'n Foto.
keramikarmatur singt                                                                
 Ein guter Rat: Lass die Drogen weg. 
polizeicodieren eines fahrrad frankfurt am main          
Es heisst nicht EINES FAHHRAD, es heißt EINES FAHRRADES!
steakpreise metro                                                     
 Na, wenn`s weiter nichts ist, die gibt's hier.




                   Erkenntnis des Tages
:

                  
Ich überleg' immer noch, aus welchem wenn`s geht harmlosen Grund Jemand "blut verschmierter rasen" googlen sollte.



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Raubtierfütterung

05.01.10



Soeben habe ich die letzten 5 Karotten, die noch im alten Jahr gekauft wurden, aus dem Kühlschrank genommen und bin damit nach draußen
zu unseren beiden dankbarsten Abnehmern an den Zaun gegangen.


                   Erkenntnis des Tages:

                  
Bin immer wieder aufs Neue überrascht, wie schnell die von null auf hundert beschleunigen können.


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Gnome at home

04.01.10


 

Ich habe heute festgestellt, dass über Sylvester ein Gnom (oder eine ganze Bande) in unsere Wohnung eingedrungen sein muss
und  -man mag es kaum glauben- SÄMTLICHE Anzüge, Hosen und Hemden aus meinem Schrank herausgeholt,
enger genäht und
wieder zurückgehängt haben muss.

Sie hängen da wie eh und je, man sieht ihnen von außen aber rein GAR NICHTS an, die Etikettenschilder sind nachweislich die Gleichen!
Unfassbarerweise aber nur MEINE Klamotten, nicht etwa die der besseren Hälfte!

Die bessere Hälfte hat natürlich eine ganz andere, geradezu singuläre Erklärung dafür
schumnzelnd kundgetan.

Aber was verstehen Frauen schon von Gnomen?

(Apropos Gnom, kennt Jemand da draußen noch Mike Krüger? Und seine Verbindung zu World of Warcraft ?? ;-)


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Willkommen, 2010

03.01.10
 





 

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